Geschichte des Tarot

Tarot ist ein 78-Blatt-Kartensatz, der zu Laien-psychologischen Zwecken und als Wahrsagekarten verwendet wird . Er wird eingeteilt in die 22 grossen Arkana und die 56 kleinen Arkana. Arcanum steht lat. für „Geheimnis“, es leitet sich von arca ab, welches „Kiste“ bedeutet (was in einer Kiste liegt, ist von aussen unsichtbar, und damit geheim).

Erklärungsmodelle

Es gibt grundsätzlich zwei Erklärungsmöglichkeiten dafür, warum das Ergebnis einer Tarot-Lesung Relevanz für die Beantwortung einer Frage haben kann. Die eine ist esoterisch-spirituell, die andere psychologisch.

Die esoterisch-spirituelle oder auch magische Erklärung stützt sich auf den von Carl Gustav Jung geprägten Begriff der Synchronizität und versteht diesen als das gleichzeitige oder zeitnahe Auftreten zweier Ereignisse, die in einem inhaltlich sinnvollen, aber nicht kausalen Zusammenhang stehen. Es besteht nach diesem Erklärungsmodell also eine Parallelität zwischen dem, was in einer Legung dargestellt wird, und Ereignissen im Leben des Fragenden. Die psychologische Erklärung sieht in einer Tarotlegung lediglich ein projektives bzw. assoziatives Verfahren; einen Spiegel innerer und äusserer Prozesse. Das Tarotbild wird quasi als ein visuelles Gleichnis zur eigenen Situation erlebt. Nach dieser Erklärung zeigen die Tarotkarten grundlegende, typische menschliche Erfahrungen, die beim Anblick eine subtile emotionale Reaktion hervorrufen, wenn das abgebildete Thema mit der eigenen Befindlichkeit korrespondiert. In diesem Licht kann der Tarot Werkzeug zur Selbsterkenntnis, zum Aufspüren un- oder vorbewusster Gefühle dienen, er wird zum Spiegel des eigenen Selbst. Solchermaßen entmystifiziert wird das Tarot von einigen Psychologen auch im therapeutischen Kontext genutzt.

Etymologie

Etymologie des Wortes „Tarot“ Gesichert ist folgendes: Das Wort „Tarot“ stammt aus dem Französischen und ist der Name eines Kartenspieles, welches auch „Tarocchi“ (italienisch), „Tarock (deutsch) oder „Troccas“ (rätoromanisch) genannt wird. Bei der italienischen, deutschen und rätoromanischen Bezeichnung heißen die Trümpfe ebenso: Bsp. Das Wort „Tarocci“ ist gleichbedeutend mit dem Wort „Trumpf“. Im französischen Sprachraum ist dies nicht der Fall. Ob nun „Tarot“ dieselben Wurzeln hat wie „Tarocci“ und „Tarock“ kann nicht restlich aufgeklärt werden. Einige Autoren gehen von einer gemeinsamen Herkunft aus, denn die Namen „Taraux“ und „Tarocchi“ erscheinen erstmals im Jahre 1505 parallel sowohl in Frankreich als auch in Ferrara, Italien, andere frühe Erwähnungen folgten in Ferrara. Andere Autoren verweisen auf die Möglichkeit, dass das Wort vom französischen „tarotée“ abstammen könne, was übersetzt „kariert“ heißt und so auf die Kartenrückseite verweist. Eine andere Erklärung stammt ebenso aus dem französischen Sprachgebrauch: Viele Spielkarten hatten häufig eine silberne Umrahmung mit einem spiralförmigen Band aus feinen Punkten. Diese Punkte oder Löcher wurden „tares“ genannt. Karten mit solchen „tares“ wurden dann „tarots“ genannt. Die Unsicherheit der Wortherkunft führte bei Esoterikern zu weiteren unwissenschaftlicheren Deutungen:

So wies angeblich der französische Gelehrte Wilhelm Postel im 16. Jahrhundert darauf hin, dass die vier Buchstaben T-A-R-O auf einer Kreislinie geschrieben ein Endloswort ergeben: T-A-R-O-T. Starten wir bei R, erhalten wir R-O-T-A, was entweder lateinisch Rad heißt oder auch der Begriff für das höchste römische Gericht in der katholischen Kirche (römische Kurie) ist, welches ein ordentliches päpstliches Gericht für Berufungen in kirchlichen Prozessen darstellt und sich vorwiegend mit Ehesachen beschäftigt (nach dem Rad-Mosaik des Sitzungssaales). Entgegengesetzt der Lesrichtung ergeben sich die Worte T-O-R-A, welches das heilige Buch unter anderem im Judentum ist oder O-R-A-T, was für die Glaubensrichtlinie der christlichen Religionen steht (lat.: er/sie/es betet). Jedoch erscheint dieses Schlüsseldiagramm nur in der 1646 A. von Frankenberg Ausgabe von Postels „Clavis“; es erscheint in keiner Edition, die zu Postels Lebzeiten veröffentlicht wurde (erste Ed. 1547).

Geschichte der Spielkarten

Aus dem Visconti-Sforza Tarot Spielkarten sind in Europa seit dem Ende des 14. Jahrhunderts bekannt, wie sich aus urkundlichen Erwähnungen von 1367, Bern, und etwas später ergibt. Sie scheinen sich sehr schnell über ganz Europa verbreitet zu haben, wie man aus Erwähnungen schließen kann, die sich meist auf Verbote des Kartenspiels beziehen. Über die Gestaltung und die Anzahl dieser Karten ist nur wenig bekannt, wesentliche Information gibt allein ein Text des Johannes von Rheinfelden 1377 aus Freiburg im Breisgau, der neben anderen Versionen als grundlegendes Spiel das immer noch geläufige 4x13-Blatt nennt, wobei hauptsächlich König, Ober und Unter („Marschälle“) als Hofkarten genannt werden, aber Damen oder Königinnen auch schon bekannt sind.

Es wird vermutet, dass zunächst aus der islamischen Welt im 14. Jahrhundert ein Satz von 52 Spielkarten nach Europa kam, der aus vier Farben bestand und den Karten der kleinen Arkana entspricht. Die Herkunft der 22 Karten der großen Arkana ist keineswegs „ungeklärt“ (widersprüchlich zu vielen Internetverlautbarungen und Tarotbüchern), sondern in vielen Details dokumentiert und bekannt. Für den esoterischen Glauben, das Tarot beruhe originär auf ägyptischen oder hebräisch-kabbalistischen Weisheitslehren gibt es keine Beweise.
Weit vor diesem Zeitpunkt (die oben genannte Jahreszahl 1505, in der Taraux und Tarocchi, nicht aber Tarot erwähnt wird) sind jedoch schon sehr viele Tarotkarten und Tarot-ähnliche Kompositionen entweder als tatsächliche Spielkartenblätter oder durch Dokumente belegt - nur die Bezeichnung „Tarot“ fehlte. Stattdessen wurde der Begriff „Trionfi“ benutzt (in unterschiedlichen Formen - triumphi, ludus triumphorum etc.). Das älteste „Trionfi-Spiel“ (es wurde allerdings erst im Jahre 1449 so genannt) entstand im Zeitraum 1418 - 1425, vermutlich 1424/1425 und war zugleich das vielleicht teuerste aller Zeiten und kostete 1500 Dukaten (dieser Preis wird 1447 genannt). Es ist von drei verschiedenen Quellen belegt: einem Begleitbuch, das spätestens 1425 verfasst wurde, das das Spiel beschreibt, einem Brief von 1449, der Erwerb und Versand des Spiels zum Gegenstand hat und der Notiz in einer Vita des Filippo Maria Visconti 1447, der den unglaublich anmutenden hohen Preis nennt. Das Spiel hatte (vermutlich) insgesamt 60 Karten, und 16 von ihnen zeigten griechische Gottheiten und damit keineswegs Motive, die man generell den Tarotkarten zuordnet. Der Maler ist bekannt: Michelino da Besozzo, den manche seiner Zeitgenossen für den besten Maler ihrer Zeit hielten. Das Spiel selbst ist verloren.

Die älteste Benutzung des Wortes „Trionfi“ in Zusammenhang mit Spielkarten ist für Februar 1442 in Ferrara belegt, als der Maler Sagramoro (schon vorher mit Spielkartenaufträgen beschäftigt), Geld für die Produktion von vier Trionfi-Blättern empfing. Ein anderes früheres Dokument vom 1. Januar 1441 benutzt den Ausdruck „Trionfi“ noch nicht, es scheint sich beim produzierten Gegenstand (Sagramoro ist wieder der Maler) aber um 14 spezielle Karten zu handeln, die „Trionfi-Karten-Charakter“ haben. Im Oktober 1441 wird eine Trionfi-Karten-Produktion zu einer Hochzeit vermutet - diese Karten haben sich teilweise erhalten (67 Karten) und befinden sich heute im Cary-Yale-Museum (als Visconti di Modrone oder Cary-Yale-Tarocchi bezeichnet). Es hatte - soweit erkennbar - nur teilweise Trumpf-Motive, die im sogenannten Standard-Tarot benutzt werden und es wich von der Standard-Struktur ab (es gab zusätzliche Hofkarten, weibliche Pagen und weibliche Ritter). Aus spezifischen Gründen wird vermutet, dass dieses Spiel eine 5x16-Struktur hatte.

Ein weiteres Spiel (Brera-Brambilla-Tarocchi) ist ebenfalls dieser frühen Periode zuzuordnen, da sich aber nur zwei Trümpfe erhalten haben, liefert dieser Fund nur wenig Informationen.

In allen dieser frühen Erwähnungen und noch vorhandenen Produkte (1424/1425 und 1441/1442) ist entweder der Mailänder Herzog Filippo Maria Visconti (1392 - 1447) verwickelt oder dessen Tochter Bianca Maria, die im Winter 1440/1441 zu einem halbjährigen Besuch in Ferrara weilte und anscheinend die Spiel- und Gestaltungs-Idee nach dorthin transportierte.

Nach diesen frühen Erwähnungen folgen weitere Dokument-Notizen zu Trionfi-Spielen erst im Jahre 1450 und kurz darauf, dann aber gehäuft und gleich an mehreren Orten parallel (aus diesem Zusammenhang kann vermutet werden, das das eigentliche Tarotspiel in diesen beiden fürstlichen Familien - Este in Ferrara und Visconti in Mailand - seinen Anfang fand).

1450 wird es für Mailand, Ferrara und Florenz erwähnt und im Jahre 1452 in Siena. Im gleichen Jahr zeigt Sigismondo Malatesta (Rimini) Interesse an einer Trionfikarten-Produktion in Cremona (gehörte zu Mailand und war eine persönlich bevorzugte Stadt der Herzoin Bianca Maria Visconti. Ein überliefertes Spiel, das sogenannte Pierpont-Morgan-Bergamo-Tarocchi (auch Visconti-Sforza-Tarocchi) wird diesem Jahr 1452 zugeordnet und es diente lange als Argument, dass das Tarotspiel jetzt nun vollständig sei. In der Komposition fehlen nur vier Karten insgesamt und von 22 Sonderkarten nur zwei - man nahm an, dass vier Karten verloren gingen (von den Originalen befinden sich 35 in der Pierpont Morgan Library, 26 in der Accademia Carrara, 13 in der privaten Sammlung der Familie Colleoni in Bergamo (der Teufel, der Turm, die Drei der Schwerter und der Ritter der Münzen fehlen).

Nähere Analysen ergaben jedoch, dass dieses Spiel von zwei verschiedenen Künstlern produziert wurde, 6 der 20 Trumpfkarten stammen von anderer, späterer Hand. Lange Zeit hat man diesen Umstand mit „verloren gegangen“ und „ersetzt“ interpretiert… heute tritt als alternative Ansicht daneben, das es nur ein Spiel mit 5x14-Struktur gab, dass später erweitert wurde. Ein (späteres) Dokument von 1457 spricht eindeutig von 70 (= 5x14) Trionfi-Karten, nicht von 78.

Der Schritt zum Spiel mit 22 Trumpfkarten, dem heutigen Standard-Spiel mit Turm und Teufel wird für die Periode 1460-1470 vermutet. Vermutlich erst in dieser späten Periode fand das Spiel zur Massenproduktion, eine Entwicklung, die die zunehmende Verbreitung von Druck- und Vervielfältigungstechniken in dieser Zeit in Italien begleitete. Im Zeitraum 1490-1510 entwickelte sich in Lyon (Frankreich) eine erfolgreiche Spielkarten-Export-Struktur, das Tarot als Spiel nahm an dieser Entwicklung teil. Michael Dummett zitiert in seinem Buch 'The Game of Tarot' den Kartenforscher Allmande: „Die Wiederauferlegung der Steuer im Jahre 1622 provozierte einen neuen Protest von den "maistres et ouvriers de cartes et tarotz" von Lyon im Jahre 1623, welche sagten, dass einige schon in die Schweiz oder nach Besançon ausgewandert sind um der Steuer zu entfliehen, und, ganz besonders, dass der Herzog von Savoyen schon viele Kartenmacher an Turin und Chambéry verloren hat. Den Lyoneser Kartenmachern, glücklicher als ihre Kollegen in Rouen, gelang es die Steuer für Lyons im Jahre 1623 rückgängig zu machen. Ihre Gesetze wurden im Jahre 1650 verbessert; Artikel 9 bezog sich weiter auf den Tarot (Tarock, Tarocchi) als Spiel wurde ein international verbreitetes Erfolgsprodukt im 18. Jahrhundert, das Interesse ließ im 19. Jahrhundert wieder nach. Umso erfolgreicher wurde die Benutzung als Wahrsageinstrument, die Ende des 18. Jahrh. einsetzte und ihre höchste Blüte in der Jetztzeit hat.

Die schriftliche esoterische Tradition der Tarot-Karten beginnt erst 1781, als Antoine Court de Gébelin, ein Schweizer Geistlicher und Freimaurer, das Buch Le monde primitif, anlyse et comprare avec le monde moderne veröffentlichte; eine populäre Abhandlung über religiöse Symbole und ihres modernen Gebrauchs. Gébelin wies als erster auf die Symbole des Marseiller Tarots hin, die er als Zeichen der Mysterien der ägyptischen Gottheiten Isis und Thot deutete. Beweise dafür konnte die Ägyptologie nicht liefern, dennoch ist diese Theorie auch heute noch weit verbreitet.

Einflussreicher war die „Entdeckung“ des Tarots durch okkultistisch-esoterische Gesellschaften, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den westlichen Nationen entstanden. Vor allem Eliphas Lévi in seinem 1854 veröffentlichten Werk Dogme et Rituel de la Haute Magie (dt.: Transcendentale Magie) sowie der von ihm beeinflusste Hermetic Order of the Golden Dawn (Hermetischer Orden der goldenen Morgenröte; im Folgenden Golden Dawn) haben maßgeblich zur Verbreitung des Tarots als Deutungssystem beigetragen. Insbesondere im Golden Dawn wurde viel Wert auf den Tarot als Werkzeug der Selbsterkenntnis gelegt. Eine rein divinatorische Nutzung des Tarots lehnten beide ab.

Auf Levi geht auch maßgeblich die Zusammenführung des Tarots mit Kabbala und den vier Elementen der Alchemie zurück. Gébelins Idee des ägyptischen Ursprungs des Tarots behalten sowohl Levi als auch der Golden Dawn bei.

Innerhalb des Golden Dawns war das Tarotdeck von Oswald Wirth ( 1889) sehr einflussreich; dieses Deck enthält nur die großen Arkana. Es beruht auf dem Marseille-Tarot, erweitert diesen aber um kabbalistische und esoterische Symbole. Sowohl Arthur Edward Waite als auch Aleister Crowley (siehe unten) waren Mitglieder des Golden Dawn.

Der Aspekt des Tarot als Initiationsweg wurde erstmal im Golden Dawn intensiv betont und lässt sich zum Beispiel anhand des Rider-Waite-Tarot studieren (zu den einzelnen Decks siehe unten). Noch stärker tritt er beim Crowley-Thoth-Tarot zu Tage, das deutliche Bezüge zum Ordo Templi Orientis (OTO) aufweist. Crowley weist im Buch Thoth darauf hin, Teile der Symbolik könnten nur durch OTO-Mitglieder bestimmter Grade erfasst werden.

Tarot-Decks

Tarotkarten als „keltisches Kreuz“ gelegt

Als Satz oder Deck bezeichnet man eine zusammengehörige, vollständige Ausgabe der Tarotkarten. Es gibt mehrere hundert solcher Decks, welche sich teilweise nur in Details, teilweise aber sehr erheblich voneinander unterscheiden. Insbesondere neuere oder spezielle Decks werden häufig in Kombination mit einem erläuternden Buch angeboten.

Gelegentlich werden auch Kartensätze als Tarot angeboten, deren Struktur und Abbildungen mit dem eigentlichen Tarotsystem nichts zu tun haben, so z. B. Lenormandkarten, Kipperkarten oder Wahrsagekarten anderer Systeme.

Ein Tarot-Deck besteht zumeist aus 78 Karten. Diese Zahl entspricht der Summe der ersten zwölf Zahlen (1+2+3+4+5+6+7+8+9+10+11+12 = 78). Da die Zahl 12 für Vollständigkeit steht, wird die Zahl 78 als das große Ganze angesehen. Einige wenige Decks weichen von dieser Zahl ab, so hat z. B. das Universal-Tarot von Maxwell Miller nur 74 Karten, da sich der Künstler aus astrologischen und numerologischen Gründen entschloss, die Pagen-Karten zu entfernen. Außerdem gibt es Ausgaben, welche aus 80 Karten bestehen, da beim Druck der Karten die Papierbögen 80 Karten ergeben. Gelegentlich werden daher die beiden überzähligen Karten mit weiteren Bildern, bei einigen Ausgaben des von Aleister Crowley entworfenen Thoth-Decks z. B. mit verworfenen Entwürfen für den Magier, bedruckt. Manche Deutungssysteme beziehen diese Karten, die vom Schöpfer des Decks nicht als Teil des Decks betrachtet wurden, in die Auslegung mit ein. Weiterhin gibt es einige Decks, die lediglich aus den 22 Trumpfkarten der großen Arkana bestehen.

Die 78 Karten teilen sich in die sogenannte große und kleine Arkana, gelegentlich auch „das große und kleine Arkanum“ genannt (von lat. arcanum Geheimnis). Mehr zu den Arkana und den einzelnen Karten weiter unten.

Die drei bekanntesten und einflussreichsten Decks sind das Marseille-, das Rider-Waite- und das Crowley-Tarot.

Die Hohepristerin im Marseille-Tarot

Marseille-Tarot

Dem heutigen Tarot de Marseille sehr ähnliche Decks stammen bereits aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts. Das heute als Marseille-Tarot bekannte Deck stammt aus dem Jahre 1760 und kommt aus der Karten manufaktur von Nicolas Conver aus Marseille. Die Bilder gehen auf alte Holzstiche zurück, und sind lediglich in blau, rot, gelb und grün koloriert. Dadurch wirken sie sehr „alt“ und oft grobschlächtig. Trotzdem erinnert diese Farbkonstellation an die vier Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde, die von tragender Bedeutung auch im heutigen Tarot sind. Die Karten des kleinen Arkanums enthalten lediglich die entsprechende Anzahl der Symbole in den italienischen Farben.

Ein aus dieser Tradition entwickeltes Deck ist das Tarot de Besançon (entworfen 1818 in Strasbourg von J. B. Benois bei dem die Karten Die Päpstin und Der Papst in Jupiter und Juno umbenannt wurden. Gespielt wird damit heute noch das Spiel Troggu im deutschsprachigen Teil des Kantons Wallis.

Ein weiteres aus dieser Tradition stammendes Deck ist das 1JJ. Auch dieses hat die Karten Jupiter und Juno und ist seit dem 19. Jahrhundert, als Tarock-Spielkarten, im romanischsprachigen Teil des Kantons Graubünden der Schweiz beliebt. Das Tarock-Spiel heißt dort Troccas und wird immer noch aktiv gespielt.

Ein anderes Deck, welches sich in ihrer Ausführung eng an das Marseille-Tarot anlehnt, ist das oben erwähnte Oswald-Wirth-Tarot.

Rider-Waite-Tarot

Dieses Tarot wurde 1910 veröffentlicht. Es wurde geschaffen von Arthur Edward Waite zusammen mit der amerikanischen Künstlerin Pamela Colman Smith. Beide waren Mitglied des Golden Dawn. Das Rider des Namens leitet sich von Rider & Son, dem Londoner Verleger, ab. Dieses Deck ist zwar etwas feiner gezeichnet als das Marseille-Deck, es benutzt aber ebenfalls nur sehr wenige Farben und wirkt ob der fehlenden Nuancen auf viele Menschen etwas comichaft.

Das Rider-Waite-Tarot zeichnete sich dadurch aus, dass es nicht wie bis dahin üblich die Zahlenkarten nur mit der bloßen Anzahl der Symbole, sondern in Anlehnung an das Sola-Busca-Tarot aus dem 15. Jahrhundert die Zahlenkarten szenisch illustriert. Dadurch wurden diese Karten für viele Menschen leichter nutzbar. Diese Änderung soll allerdings mehr auf Pamela Colman Smith als auf Waite selber zurückzuführen sein, da Waite in seinem Buch zu diesem Deck, Der Bilderschlüssel zum Tarot die kleine Arkana nur sehr oberflächlich, fast abschätzend betrachtet.

Trotz vieler Details und Symbole wirkt das Deck auf viele Menschen nicht übermäßig ästhetisch. Wohl auch aus diesem Grunde gibt es von keinem Deck so viele Nachahmungen. Die sogenannten Rider-Waite Klone beschränken sich dabei auf die reine Wiedergabe des Motivs, lediglich mit anderen künstlerischen Mitteln, z. B. das Universal-Waite Tarot, das Cosmic Tarot und das New Palladini Tarot, aber auch das Gummibärchen-Tarot, in welchem die dargestellten Personen durch Gummibärchen ersetzt sind. Eine Übersicht der bekannteste Rider-Waite-Klone findet sich auf.

Das Rider-Waite Deck illustriert auch zahlreiche Bücher, ebenso gibt es zu keinem anderen Deck soviel Literatur.

Crowley-Tarot (Thoth-Tarot)

Crowley-Tarot (Thoth-Tarot)

Lady Frieda Harris und Aleister Crowley erschufen diese teilweise ägyptisiernden Tarotkarten in den 1940er-Jahren. Sie wurden 1944 zunächst in Form von Buchillustrationen in Das Buch Thoth veröffentlicht. Gemalt wurden die Karten von der Künstlerin Lady Frieda Harris. Sie hatte bei der Gestaltung weitgehend freie Hand und besaß zeitlebens die Urheberrechte. Erst 25 Jahre später wurde das Crowley-Tarot im Jahr 1969 als Kartendeck herausgebracht. Crowley legte in Das Buch Thoth eine detaillierte Beschreibung und Systematik zugrunde (Basierend auf Samuel Liddell Mathers).

Crowleys sorgsam gepflegter Ruf als Schwarzmagier begünstigte den gelegentlich erhobenen Vorwurf, Tarot sei ein Werkzeug von Magiern oder Satanisten. Ungeachtet dessen ist dieses Deck populär und inspirierte zahlreiche Decks. Diese Popularität beruht auf der von vielen Menschen als ästhetisch empfundenen Darstellung und auf dem Reichtum enthaltener Symbole.

Heutzutage finanziert sich der amerikanische Caliphats-OTO unter William Breeze hauptsächlich durch die Tantiemen des Crowley-Tarots. So wurde 1998 von der Schweizer Spielkartenfirma Mueller AG in Schaffhausen ein diesbezüglicher Vertrag mit dem Caliphats-Geschäftsführer William Breeze unterzeichnet.

Decks, die auf das Crowley-Tarot zurückgehen, sind das Haindl-Tarot, das Cosmic Tribe-Tarot und das Liber - T - Tarot von Roberto Negrini und Andrea Serio.

Unterschiedliche Decks

Tarot-Decks gibt es in großer Vielfalt. Sie unterscheiden sich vor allem durch ihre zugrundeliegenden kulturellen, esoterischen, spirituellen oder philosophischen Systeme und durch ihre künstlerische Gestaltung. Decks, die weit von den oben genannten Tarot-Traditionen abweichen, oder völlig unabhängig von ihnen sind, werden im Weiteren freie Decks genannt. Systeme, die sich in vielen Decks wiederfinden, sind Kabbala, Astrologie, das Ging und Runen.

Der von Antoine Court de Gébelin behauptete altägyptische Ursprung des Tarots ist Ursache einer relativ großen Anzahl „ägyptischer“ Decks. Ebenso gibt es etliche Decks, welche indigene amerikanische Kulturen, beispielsweise die Maya-Kultur, zum Thema haben. Es gibt keltische Decks, japanische, chinesische, afrikanische, und so weiter. Häufig beziehen sich Decks auch auf mehr als eine Kultur, so stellen die Hofkarten des Haindl-Tarots jeweils eine indianische, eine alt-ägyptische, eine europäische und eine indische Familie aus mythologischen Figuren dieser Kulturen dar. Eine Sonderform dieser Art von Decks sind die feministischen Decks, von denen das Daughters of the Moon und das Motherpeace-Tarot die bekanntesten sind. Diese beiden Decks bestehen aus runden Karten, während nahezu alle anderen Decks aus rechteckigen Karten bestehen.

Andere Decks haben als Grundlage ihrer Darstellungen die Werke von Künstlern, oder bestimmte künstlerische oder literarische Traditionen oder Werke. So gibt es ein Shakespeare-Tarot, ein William-Blake-Tarot, ein Dürer-Tarot, ein Bosch und ein Brueghel-Tarot und so weiter. Eine besondere Art von Künstler-Decks sind solche Decks, die von bildenden Künstlern als Tarot-Decks selbst entworfen wurden, so vor allem das Dalí-Deck, der Tarotgarten von Niki de Saint Phalle, das Tarotdeck Hans Ruedi Gigers (Großen Arkana) und der Haindl-Tarot. Auch gibt es Decks, die für besondere Fragestellungen gedacht sind, wie zum Beispiel das Tarot der Liebe.

Das kabbalistische Tree-of-Life Deck setzt die Kenntnis der Kabbala und Astrologie voraus. Das Tree-of-Life Tarot enthält keine der sonst üblichen plakativen szenischen Motive, sondern bildet lediglich die entsprechende abstrakte Symbolik der kabbalistischen Sephiroth und des Zodiak ab, basierend auf der Zuordnung des Golden Dawn.

Weiterhin gibt es viele thematische Decks, wie beispielsweise ein Edelstein- und ein Baum-Tarot. Thematische Decks ohne esoterischen Bezug sind beispielsweise das Baseball-Tarot, das Cat People-Tarot, das Halloween-Tarot oder das Vampir-Tarot.

Tarot-Decks mit Bezug zur Populärkunst, sind das Alice im Wunderland-Tarot, das Oz-Tarot oder das Herr der Ringe-Tarot. Auch einige Pen-&-Paper-Rollenspiele benutzen eigene Tarot-Decks, zum Beispiel die Serie Mage. Zum Manga Card Captor Sakura gibt es ein Deck aus 52 sogenannten Clow-Cards.

Im Diskordianismus gibt es Entwürfe für ein aus 73 Karten ( 23 Trümpfe und je 5 Zahl- und 5 Themenkarten für jedes der 5 diskordischen Elemente) bestehendes „freies“ Set, das völlig anders strukturiert ist als die klassischen Systeme und die diskordische Dada-Mystik aufnimmt. Eine gedruckte Version gibt es davon bislang nicht.

Erklärungsmodelle

Es gibt grundsätzlich zwei Erklärungsmöglichkeiten dafür, warum das Ergebnis einer Tarot-Lesung Relevanz für die Beantwortung einer Frage haben kann. Die eine ist esoterisch-spirituell, die andere psychologisch.

esoterisch-spirituelle oder auch magische Erklärung stützt sich auf den von Carl Gustav Jung geprägten Begriff der Synchronizität und versteht diesen als das gleichzeitige oder zeitnahe Auftreten zweier Ereignisse, die in einem inhaltlich sinnvollen, aber nicht kausalen Zusammenhang stehen. Es besteht nach diesem Erklärungsmodell also eine Parallelität zwischen dem, was in einer Legung dargestellt wird, und Ereignissen im Leben des Fragenden.

Die psychologische Erklärung sieht in einer Tarotlegung lediglich ein projektives bzw. assoziatives Verfahren; einen Spiegel innerer und äußerer Prozesse. Das Tarotbild wird quasi als ein visuelles Gleichnis zur eigenen Situation erlebt. Nach dieser Erklärung zeigen die Tarotkarten grundlegende, typische menschliche Erfahrungen, die beim Anblick eine subtile emotionale Reaktion hervorrufen, wenn das abgebildete Thema mit der eigenen Befindlichkeit korrespondiert. In diesem Licht kann der Tarot Werkzeug zur Selbsterkenntnis, zum Aufspüren un- oder vorbewusster Gefühle dienen, er wird zum Spiegel des eigenen Selbst. Solchermaßen entmystifiziert wird das Tarot von einigen Psychologen auch im therapeutischen Kontext genutzt.

Die großen Arkana

Die großen Arkana bestehen aus 22 Karten, deren Sinnbilder sich von den Bildern der Spielkarten völlig unterscheiden. Während diese Karten im ältesten bekannten Deck, dem Visconti-Tarot, unnummeriert sind, sind 21 dieser Karten seit den Vorläufern des Marseille-Tarot aus dem 16. Jahrhundert nummeriert. Die Karte des Narren trägt traditionell entweder keine Zahl, oder sie wird mit der Null, in seltenen Fällen mit der Zahl 22 gekennzeichnet. In einigen wenigen Decks wird die Karte des Narren auch zwischen oder nach den anderen Karten des großen Arkanums eingeordnet, und dann auch entsprechend nummeriert, oder er wird in der Tradition von Papus, Eliphas Levi und A. E. Waite als Null zwischen den Karten XX und XXI eingeordnet.

Diese 22 Karten wurden im vorletzten Jahrhundert von Oswald Wirth mit der Bedeutung als „Einweihungsstufen“ belegt und später von Elisabeth Haich in ihrem Tarotbuch als „22 universelle Stufen des Bewusstseins“ bezeichnet. In diesen Bereich gehören die Decks nach Oswald Wirth, der Waite-Tarot ( Arthur Edward Waite) und vor allem der Marseille-Tarot. Jedem Tarotblatt wird hier ein Buchstabe des hebräischen Alphabets zugeordnet.

Die 22 Trumpfkarten

Untenstehend der Vergleich der Nummerierung und Bezeichnung der Karten in den drei einflussreichsten Decks, und als Beispiel für ein freies Deck das Tarot der Ursprünge, ein Deck mit einem urgeschichtlichen oder steinzeitlichen Thema. Bei einigen Decks trägt der Narr die Nummer XXII.

Nummer

Marseille Tarot

Rider-Waite Tarot

Thoth Tarot (Crowley)

Tarot der Ursprünge

0

Le Fou
Der Narr

Der Narr
(im Original: The Fool)

Der Narr
(im Original: The Fool)

Der Narr

1

Le Bateleur
Der Magier, Gaukler

Der Magier
(im Original: The Magician)

Der Magier
(im Original: The Magus)

Der Magier

2

La Papesse
Die Päpstin

Die Hohepriesterin
(im Original: The High Priestess)

Die Hohepriesterin
(im Original: The Priestess)

Die Große Mutter

3

L' Impératrice
Die Herrscherin

Die Herrscherin
(im Original: The Empress)

Die Kaiserin
(im Original: The Empress)

Die Mutter

4

L' Empereur
Der Herrscher

Der Herrscher
(im Original: The Emperor)

Der Kaiser
(im Original: The Emperor)

Der Vater

5

Le Pape
Der Papst

Der Hierophant
(im Original: The Hierophant)

Der Hohepriester
(im Original: The Hierophant)

Der Schamane

6

L' Amoureux
Die Liebenden

Die Liebenden
(im Original: The Lovers)

Die Liebenden
(im Original: The Lovers)

Die Verbindung

7

Le Chariot
Der Triumphwagen

Der Wagen
(im Original: The Chariot)

Der Wagen
(im Original: The Chariot)

Der Wagen

8

La Justice
Die Gerechtigkeit

Kraft *
(im Original: Strength *)

Ausgleichung
(im Original: Adjustment)

Der Überfluss

9

L' Ermite
Der Einsiedler

Der Eremit
(im Original: The Hermit)

Der Eremit
(im Original: The Hermit)

Der Eremit

10

La Roue de Fortune
Rad des Lebens

Rad des Schicksals
(im Original: Wheel of Fortune)

Glück
(im Original: Fortune)

Die Zeit

11

La Force
Die Kraft

Gerechtigkeit *
(im Original: Justice *)

Lust
(im Original: Lust)

Die Schaffenskraft

12

Le Pendu
Der Gehängte

Der Gehängte
(im Original: The Hanged Man)

Der Gehängte
(im Original: The Hanged Man)

Das Opfer

13

La Mort
Der Tod

Tod
(im Original: Death)

Tod
(im Original: Death)

Der Tod

14

La Tempérance
Der Ausgleich

Mäßigkeit
(im Original: Temperance)

Kunst **
(im Original: Art **)

Die Quelle

15

Le Diable
Der Teufel

Der Teufel
(im Original: The Devil)

Der Teufel
(im Original: The Devil)

Der Dämon

16

La Maison Dieu
Der Turm

Der Turm
(im Original: The Tower)

Der Turm
(im Original: The Tower)

Der Menhir

17

L' Etoile
Der Stern

Der Stern
(im Original: The Star)

Der Stern
(im Original: The Star)

Der Stern

18

La Lune
Der Mond

Der Mond
(im Original: The Moon)

Der Mond
(im Original: The Moon)

Der Mond

19

Le Soleil
Die Sonne

Die Sonne
(im Original: The Sun)

Die Sonne
(im Original: The Sun)

Die Sonne

20

Le Jugement
Das Gericht

Gericht
(im Original: Judgement)

Das Aeon
(im Original: The Aeon)

Die Beute

21

Le Monde
Die Welt

Die Welt
(im Original: The World)

Das Universum
(im Original: The Universe)

Die Welt

* Im Waite-Deck sind die Karten 8 und 11 ausgetauscht worden, ** Crowley benannte die Karte 14 um

Die Reise des Helden

Eine erst in den letzten Jahrzehnten aufgekommene, mittlerweile jedoch weit verbreitete Interpretation der großen Arkana bringt diese mit der archetypischen Heldenreise in Verbindung. Wie jede Interpretation des Tarots ist auch diese nicht verbindlich; und für einige unkonventionellere Decks wäre sie auch nicht anwendbar. Da aber selbst Kritiker, die ihren Wert als Interpretation bestreiten, ihr zugestehen, dass sie eine gute Möglichkeit ist, sich die Reihenfolge und die grundlegende Bedeutung der Karten zu merken, ist eine Variante hier kurzgefasst aufgeführt:

Die Reise tritt der Narr an, der wie ein kleines Kind offen für alle und alles ist, aber sich auch um Gefahren noch keine Gedanken macht. Magier und Hohepriesterin verkörpern das handelnde, nach außen gerichtete und das kontemplative, nach innen gerichtete Prinzip; die beiden Ur-Richtungen menschlichen Lebens. Mutter und Vater werden verkörpert von Herrscherin und Herrscher, wobei die Herrscherin das Prinzip der uneingeschränkten Fülle und des Lebens vertritt, und der Herrscher das ordnende und schützende Prinzip. Der Papst oder Hierophant verkörpert das tradierte Wissen oder Buchwissen, auch, aber nicht nur, in spirituellen Dingen. Diese Karten stellen die Kindheit des Helden dar. Das Ende der Kindheit bedeutet auch den Wunsch nach Partnerschaft und Liebe (die Liebenden) und der Wunsch, die Heimat zu verlassen und neues zu erfahren (der Wagen).

Die Erfahrungen, die dabei gemacht werden, bringen ein Empfinden für Gerechtigkeit und deren Notwendigkeit hervor, oder, folgt man Waites Reihenfolge, die Kraft für weitere Taten. Der Einsiedler steht dem Reisenden mit Rat zur Verfügung, und ist gleichzeitig Hinweis auf die Möglichkeit, Erkenntnis nicht (nur) durch Handeln, sondern (auch) durch Kontemplation zu gewinnen. Der Nutzen dieser Möglichkeit erschließt sich dem Reisenden, wenn er durch die Drehung des Schicksalsrads die Möglichkeit zum aktiven Handeln verliert und/oder ihm ein bestimmtes Ziel gesetzt wird. Durch diese Wendung des Schicksals erhält der Reisende die Kraft, oder, nach Waite, die Einsicht in die Notwendigkeit der Gerechtigkeit, um als der kopfüber Gehängte die Reise in die Dunkelheit einer Unterwelt (und/oder sein eigenes Inneres) anzutreten. Der Tod steht für den Übergang von der äußeren Welt in die Innen- oder Unterwelt. Erste Erkenntnis ist dann die Notwendigkeit der Mäßigung, des Ausgleichs und Austauschs zwischen widerstrebenden Kräften.

Der Teufel steht für Illusionen, die den Reisenden zunächst blenden und gefangenhalten; oft die scheinbare Erfüllung einer Sehnsucht. Diese Illusionen werden durch den Fall des Turmes zerstört, und in der Karte des Sterns findet der Reisende das Ziel seiner Suche und/oder seine innere Ruhe und sein inneres Gleichgewicht. Allerdings muss er jetzt die Rückreise in die äußere Welt antreten. Diese Reise unter dem Zeichen des Mondes ist allerdings eine gefahrenvolle, man denke an Orpheus, der seine wiedergefundene Frau auf der Rückreise endgültig verlor. Erreicht der Reisende die Oberwelt und damit das Sonnenlicht wohlbehalten wieder, ist die gefährliche Reise durch die Unterwelt beendet, das endgültige Ziel jedoch noch nicht erreicht. Zunächst stellt die Karte des Gerichts noch ein letztes Hindernis dar, so wie beispielsweise Odysseus noch die Werber um Penelope loswerden musste. Erst die Karte der Welt stellt das endgültige Ziel der Reise dar, die letztendlich die Reise zur eigenen Vervollkommnung ist; die Entwicklung zu einem Menschen, der sich sowohl seiner äußeren als auch seiner inneren Kräfte bewusst wird, und diese auch einsetzen kann.

Eine etwas andere und sehr ausführliche Variante der großen Arkana als Reise des Helden findet sich unter anderem in Tarot und die Reise des Helden.

Das Tarotblatt

O - Der Narr
Unbeschwertheit, Sorglosigkeit, Leichtigkeit, Leichtsinnigkeit, Lebendigkeit, Lebenslust, Unbefangenheit

I - Der Magier
Meisterung und gute Handhabung aller Energien, Verbindung zwischen Ideenwelt und Realität, Ausgewogenheit, Klarheit, Ideen und schöpferische Kraft

II - Die Hohepriesterin
Intuition, beide Seiten einer Situation sehen oder sich ansehen müssen, Klärung der Situation und deren Vergangenheit, auch Klugheit und Umsicht

III - Die Herrscherin Die Kaiserin
innere Kraft und Stärke, Selbstvertrauen und Verantwortungsbewusstsein, innerer Reichtum, Fruchtbarkeit, Durchsetzungskraft

IV - Der Herrscher/ Der Kaiser
äußere Kraft und Stärke, Selbstbeherrschung und -kontrolle, Wille, Stabilität

V - Der Hierophant / Der Hohepriester
Religiosität, Güte, Gnade, Beistand höherer Macht, erfahrener Rat, Lehre

VI - Die Liebenden
Innige Verbindung, Liebe im höchsten Ausmaß, eine harmonische Liebesbeziehung, starke Verbundenheit, Leidenschaft, Anziehungskraft, Reiz.

VII - Der Wagen
Erfolg trotz derzeitiger Stagnation, Suche nach dem rechten Weg, Ausruhen nach dem Erfolg, Entscheidungsnotwendigkeit, Triumph, errungener Sieg

VIII - Die Gerechtigkeit / Die Ausgleichung
Fairness, Verantwortlichkeit, Regelung von öffentlichen Angelegenheiten, Gerechtigkeit, Richterspruch (auch im eigenen Inneren)

IX - Der Eremit
die Suche nach dem eigenen Lebensweg, Isolation und Resignation, Distanz, Abgeschiedenheit, Weisheit, Einsamkeit, Reifezeit

X - Das Rad des Schicksals/ Das Glücksrad
Das Leben geht immer weiter, Schicksal, größerer Erkenntnisprozess, Wechsel, Auflösung alter Erblasten, einschneidende Veränderungen.

XI - Die Kraft/ Die Lust
große Kraft und Stärke, Mut, Energiereserven, innere geistige Kraft, Selbstvertrauen, gute körperliche Konstitution u.a.

XII - Der Gehängte
Ruhephase, Verzicht, Rückzug aus dem aktiven Leben, Unterwerfung, Verschnaufpause, Überdenken der eigenen Situation, gedankliche Bindung.

XIII - Der Tod
Transformatorischer Prozess, große, tiefgreifende Loslösungsprozess, Verlust, Loslösung von alten Bindungen

XIV - Die Mäßigkeit / Die Kunst
im Fluss sein, guter, gemäßigter Energiehaushalt, Geduld, Gleichklang der Energien, Ausgewogenheit, Abwägen der Prioritäten

XV - Der Teufel
Abhängigkeit, feste Grenzen, das Negative überwiegt, Versuchung, an die Materie geschmiedet

XVI - Der Turm
drastische Veränderungen, Zusammenbruch des Egos, alte Systeme stürzen ein, Auseinandersetzung, innere Unruhe, Durchleben von stürmischen Zeiten

XVII - Der Stern
Offenheit, Klarheit der Gefühle, Bereitschaft zur Aufnahme von kosmischen Energien, Erfüllung, Hoffnung, eine kleine Erleuchtung

XVIII - Der Mond
Das Erwachen der Gefühle, Grenzen müssen überschritten werden, intuitives Verständnis, kontinuierlicher Wandel, den jetzigen Weg weitergehen

XIX - Die Sonne
Beachtung des inneren Kindes, große Offenheit, Reinheit, Zufriedenheit, Problembereinigung, Selbstbestätigung, Liebe zu sich selbst

XX - Das Gericht
Auferstehung, Neubeginn, das Hören auf innere und äußere Botschaften, Beginn einer neuen Phase, Wiederkehr, das Ende von Leidenszeiten steht bevor

XXI - Die Welt / Das Universum
Entfaltung der Persönlichkeit, Erreichen eines wichtigsten Zieles, starke Selbsterkenntnis, das Gefühl, alles zu haben, was notwendig ist, Erfüllung, innere Freiheit, Entfaltungsmöglichkeiten eröffnen sich, Selbstausdruck

Die kleinen Arkana

Die kleinen Arkana (auch: kleines Arkanum) bestehen aus vier mal vierzehn Karten in vier unterschiedlichen Farben oder Reihen, die jeweils aus zehn Zahlenkarten (1 (= Ass) bis 10) und vier meist Hofkarten genannten Karten bestehen. Einzelne Decks verändern diese Anzahl, wie das obengenannte Universal-Tarot. Einige wenige Decks nummerieren entweder die Karten von 1 bis 14 durch, oder verzichten sogar auf Farben, und nummerieren diese Karten von 1 bis 56 durch. Es ist allerdings teilweise umstritten, ob es sich bei solchen Decks noch in jedem Fall um Tarot-Karten handelt, oder bereits um eigene Deutungssysteme.

Farben und Elemente

Das Prinzip der Farben der Zahlenkarten ist aus normalen Kartenspielen bekannt. Sie sind beim Tarot identisch mit den Farben italienischer, spanischer und portugiesischer Kartendecks. Bei letzteren werden die vier Farben moderner, normaler Kartenspiele nach wie vor mit den alten Namen bezeichnet, auch wenn das entsprechende, ursprüngliche Symbol nicht mehr vorhanden ist: Karo wird "Ouros" (Gold), Kreuz "Paus" (Stäbe), Herz "Copas" (Kelche) und Pik "Espadas" (Schwerter) genannt. In verschiedenen Kartensystemen entsprechen sich die Bezeichnungen wie folgt:


Tarot

Französische Karten

Deutsche Karten

Schwerter

Pik

Blatt

Kelche

Herz

Herz

Stäbe

Kreuz

Eichel

Münzen

Karo

Schellen

Es gibt gewisse Variationen in der Benennung der Farben; wobei bei „freien“ Decks der Variationsmöglichkeit nur wenige Grenzen gesetzt sind. Meist aber werden die vier Farben mit den vier klassischen Elementen, also Feuer, Wasser, Luft, Erde assoziiert. Gelegentlich wird ein fünftes Element, Leben oder Geist angenommen, das dann mit dem großen Arkanum assoziiert wird. Entsprechend wird verfahren, wenn nicht auf die europäische vier-Elemente-Lehre, sondern auf die chinesische Fünf-Elemente-Lehre (Feuer, Wasser, Erde, Metall und Holz) bezug genommen wird; dies ist vor allem bei Decks mit einem asiatischen Thema der Fall.

Die häufigsten Benennungen und Zuordnungen, sowie die des Tarot der Ursprünge als Beispiel für ein freies Deck. Die Zuordnung im Crowley-Tarot entspricht der klassischen Zuordnung (Rider-Waite), nur dass die Münzen als Scheiben bezeichnet werden.

Element

Tarot

Rider-Waite

Tarot
alternativ

Tarot der
Ursprünge

typische Bedeutung

Feuer

Stäbe

Äste, Stöcke

Natur

Wille, Kraft, Intuition

Wasser

Kelche

Schalen, Kessel

Seele

Emotion, Instinkt

Luft

Schwerter

Dolche, Messer

Blut

Denken, Intellekt

Erde

Münzen

Pentakel, Scheiben

Schmuck

Materie, Praktisches

Die häufigste Variation dieser Zuordnung ist die Assoziation der Schwerter mit Feuer und der Stäbe mit Erde. Dies erscheint einleuchtend, denn die Stäbe wachsen aus der Erde, die Schwerter werden im Feuer geschmiedet. Auch werden die Münzen/Pentakel dem Element Luft zugeordnet. Dies leuchtet ebenfalls ein, da Münzen in Form von Geld als Tauschmittel der Flüchtigkeit unterworfen sind.

Die 16 Hofkarten

Die sogenannten Hofkarten sind meist vier Karten, welche eine Person mit dem Symbol der Farbe darstellen. Traditionell sind dies König, Königin, Ritter und Page. Man kann mit einiger Berechtigung sagen, dass diese Karten den größten Wandel unter den Tarotkarten durchgemacht haben, sowohl was ihre Bedeutung als auch ihre Darstellung betrifft.

Der Bedeutungswandel und die Vielfalt der Bedeutungen lassen sich auch an den sich vielen Variationen der Bezeichnungen der einzelnen Karten ablesen; wobei sehr viele der freien Decks hier von den großen Traditionen abweichen.

Marseille-Tarot
Rider-Waite-Tarot

König

Königin

Ritter

Page oder Bube

Golden Dawn
Crowleys Thoth-Tarot

Ritter

Königin

Prinz

Prinzessin

Haindl-Tarot

Vater

Mutter

Sohn

Tochter

Tarot der Ursprünge

Mann

Frau

Tier

Kind

Shining Woman/Tribe

Sprecher

Gabe

Wissende/r

Ort

Personenzuordnung

Anfänglich symbolisierten die Hofkarten lediglich Personen, etwa wie folgt:

König der Stäbe = Rothaariger älterer Mann

Ritter der Kelche = Blonder junger Mann

Königin der Schwerter = Brünette Frau

Page der Münzen = Schwarzhaariges Kind

In einem Wahrsagesystem ergeben Karten, die etwa Eine blonde Frau bedeuten, durchaus Sinn. In einem System, welches der (Selbst-)Erkenntnis dient, wäre jedoch eine Karte, welche etwa Die Macht der Gefühle bedeuten kann, wesentlich sinnvoller. Auch mit der zunehmenden Verbindung der großen Arkana mit Archetypen schwand die Notwendigkeit weiterer Karten, die Personen repräsentieren (können).

Auch in den meisten neueren Interpretationen können Hofkarten noch Personen darstellen, wenngleich eine Interpretation bezüglich des Alters oder gar der Haarfarbe weitestgehend aufgegeben wurde zugunsten der Eigenschaften von Personen; auch repräsentieren Hofkarten, wenn sie Personen repräsentieren sollen, meist Personen jeden Geschlechts, nicht nur des Dargestellten.

Elemente Zuordnung

Daneben aber stellen die Hofkarten häufig die unterschiedlichen Einflüsse oder Anwendungen der Elemente dar. Es war zunächst der Golden Dawn, der den Hofkarten die vier Elemente zugeordnet und ihnen auch neue Namen gab:

König/Ritter = Feuer

Königin = Wasser

Ritter/Prinz = Luft

Page/Prinzessin = Erde

Daraus ergibt sich beispielsweise, dass der König/Ritter der Stäbe Feuer vom Feuer ist, die Karte also unter anderem ausgesprochene Willenskraft und Dynamik symbolisiert. Der König/Ritter der Münzen dagegen ist nach diesem System Feuer der Erde und steht unter anderem für den Willen, materielle Dinge zu erreichen. Wie üblich beim Tarot gibt es auch Systeme, welche die Zuordnung anders vornehmen. Dies ist allerdings die häufigste.

Die meisten heutigen Tarot-Systeme benutzen eine Mischung aus diesen beiden Systemen, in unterschiedlichen Gewichtungen, was die Hofkarten grade für Anfänger oft zu den am schwierigsten zu erlernenden Karten macht.

Alternative Deutung

Einen gänzlich anderen Ansatz stellte Rachel Pollack 1994 im Shining Women Tarot vor. Dort ist die Darstellung als Personen gänzlich aufgegeben worden, und die Hofkarten heißen Ort, Wissende/Wissender, Gabe und Sprecher des Elements der jeweiligen Farbe. Der Ort repräsentiert etwa das Potential des Elements, oder einen Ort der Begegnung mit dem Element. Der Wissende steht für das Verständnis des Elements, und dessen Bedeutung für das eigene Leben. Die Gabe kann für ein vertieftes Verständnis des Elements stehen oder dafür, dass man ein Geschenk dieses Elements enthält; bei den Stäben (Feuer) beispielsweise etwa die Kraft, etwas bestimmtes zu tun. Und der Sprecher schließlich steht für die Fähigkeit, das Element aktiv anwenden zu können, oder dessen Energie an andere weitergeben zu können.

Die 40 Zahlenkarten

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, die Zahlenkarten zu interpretieren. Die eine Möglichkeit ist, die Bedeutung des Elements (Farbe) mit der numerologischen Bedeutung der Zahl zu verknüpfen; die andere ist es, jeder einzelnen Zahlenkarte eine eigene Bedeutung zuzuweisen. Meist beruhen diese eigenständigen Bedeutungen aber mindestens teilweise auf der Kombination von Element und Bedeutung der Zahl; oder sie haben sich aus solchen Deutungen entwickelt. Bei Decks oder Systemen, in denen dies nicht der Fall ist, sind Gemeinsamkeiten nicht zu entdecken. Aus diesem Grunde beschränkt sich dieser Artikel auf eine kurze Darstellung der Methode der Kombination aus Element und Bedeutung der Zahl. Der Zahlenwert 1 entspricht den As-Karten.

Kabbalistische Zuordnung

Es gibt sehr viele numerologische Systeme, welche sich teilweise erheblich widersprechen. Die häufig im Tarot verwendeten Systeme beruhen auf der kabbalistischen Interpretation der zehn Sephiroth des Baum des Lebens.

Zusammenfassung der Bedeutungen der Zahlen nach diesem System, sowie ein konkretes Beispiel:

1 - Kether - Krone Die Notwendigkeit des Geistes, sich zu offenbaren
Essenz, Same, Wurzel, undifferenziertes Potential
Der Gedanke, ein Haus zu bauen

2 - Chokmah - Weisheit „Am Anfang war das Wort“
Beginn, die Trennung, welche die Kommunikation ermöglicht, Richtung
Erste Gespräche über diesen Plan

3 - Binah - Verstehen Das Wort wurde gesprochen, nun muss es verstanden werden
Synthese, Harmonie, erstes Abstecken von Grenzen
Einigung über die grundlegenden Fragen (z.B. Größe, Preis)

4 - Chesed - Liebe Die erste Verwirklichung und das erste Erkennen von Beschränkungen
Verdichtung, Stabilität
Gespräche mit Architekten, Banken, Behörden

5 - Geburah - Strenge Die Erkenntnis der (eigenen) Stärke
Macht der Zerstörung, Stärke die zu Veränderungen bewegt
Erste Schwierigkeiten (z.B. mit der Baugenehmigung) und deren Überwindung

6 - Tiphareth - Essenz Der manifeste Plan oder die offenbarte und verstandene Wahrheit
Selbst und Selbstbewusstsein, Harmonie
Das Ende der Planung und das Legen des Grundsteines

7 - Netzach - Sieg Die Auffächerung von Aktivitäten durch Gefühle
Kreativität, Anarchie
Der eigentliche Beginn des Baus mit dem unvermeidlich folgenden Chaos

8 - Hod - Glanz Die Unterscheidung durch Gliederung und Einordnung
Anwendung von Logik und Verstand, Gerechtigkeit und Anpassung
Der Bau des Hauses geht ordentlich und zügig vonstatten.

9 - Yesod - Fundament Die Grundlage aller manifester Erscheinungen
(Gedankliche) Vollendung, Reflexion
Das Richtfest

10 - Malkuth - Königreich Die Idee erlebt ihre Verwirklichung
Das Ende einer Sache (und gleichzeig der Beginn einer neuen)
Das Haus steht endlich und erwartet den Umzug

Aus diesen Bedeutungen der Zahlen können sich zusammen mit den jeweiligen Elementen sehr unterschiedliche Interpretationen der einzelnen Karten ergeben. So steht die Zehn der Kelche (also Wasser=Emotionen) etwa für die Erfüllung und das Glück, die Zehn der Schwerter (Luft=Intellekt) hingegen unter anderem Überreaktionen, Panik, einen Tiefpunkt zwischen Alchemie, Kabbala, und Astrologie und dem und/oder den Untergang.

Verbindung zu anderen esoterischen Systemen

Das Tarot ist ursprünglich ein genuines europäisches esoterisches System. Allerdings gibt es spätestens seit den Schriften des Golden Dawn viele sehr synkretistische Ansätze bei der Interpretation des Tarots. Es dürfte nur wenige religiöse, spirituelle und esoterische Systeme geben, die nicht irgendjemand einmal mit dem Tarot in Verbindung brachte. Der Sinn solcher Verbindungen ist dabei häufig allerdings umstritten.

Weitestgehend unumstritten, auch da mittlerweile bereits traditionell, sind die Verbindungen Tarot. Im folgenden sind lediglich die häufig in Bezug auf den Tarot verwendeten Teile dieser Systeme beziehungsweise ihre Verbindung zum Tarot dargestellt; dies ist keine Einführung in die Systeme selbst.

Alchemie

Aus der Alchemie hat der Tarot vor allem die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft und ihre Bedeutung übernommen. Ebenso wird das Tarot häufig, analog zur alchemischen Suche nach dem Stein der Weisen, als ein Werkzeug zur Selbsterkenntnis und Selbstvervollkommnung verstanden.

Numerologie

Nahezu alle Systeme verwenden numerologische Methoden bei der Interpretation der Karten.

Bei der Interpretation der großen Arkana werden häufig numerologische Methoden herangezogen, meist aber nur simple Methoden, um eine Verbindung der Karten untereinander herzustellen. Ein Beispiel: Die Karten 1 - Der Magier und 2 - Die Hohepriesterin haben einen direkten numerologischen Bezug zur 3 - Die Herrscherin, zur 12 - Der Gehängte und zur 21 - Die Welt. Letzteres wird dahingehend interpretiert, dass sowohl die Beherrschung des handelnden, nach außen gerichteten Prinzips des Magiers, als auch die des kontemplativen, nach innen gerichteten Prinzips der Hohepriesterin notwendig sind, um sein volles menschliches Potential ausschöpfen zu können.

Bei der Interpretation der Zahlenkarten werden meistens komplexere numerologische Systeme verwendet, die den Zahlen 1-10 jeweils eine bestimmte Bedeutung zuweisen. Problematisch allerdings ist die Tatsache, dass es sehr viele numerologische Systeme gibt, die sich teilweise erheblich widersprechen. Allerdings beruhen die meisten im Tarot verwendeten Systeme auf der kabbalistischen Interpretation der zehn Sephiroth des Baum des Lebens.

Beim Legen der Karten wird häufig die Summe oder Quersumme der gelegten Karten benutzt, um beispielsweise die „Essenz“ oder die „Summe“ der Legung festzustellen. Auch die sogenannten Geburtskarten oder Persönlichkeitskarten oder ähnliche werden in vielen Systemen durch numerologische Methoden ermittelt.

Kabbala

Obwohl vermutlich unterschiedlichen Ursprungs gibt es eine Theorie die eine Beziehung zu den jüdischen okkulten Lehren der Kabbala herstellen will. Die augenfälligste Verbindungsmöglichkeit zwischen Kabbala und dem Tarot ist der kabbalistische Baum des Lebens, der aus zehn Punkten, den sogenannten Sephiroth, mit 22 Verbindungen besteht, die den 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets entsprechen. Diese 22 Verbindungen können beim Tarot mit den 22 Arkana in Beziehung gesetzt werden, und die zehn sogenannten Sephiroth mit den Werten der Zahlenkarten.

Der kabbalistische Baum des Lebens

Die Sephiroth

I - Kether - Krone
II - Chokmah - Weisheit
III - Binah - Verstehen
IV - Chesed - Liebe
V - Geburah - Strenge
VI - Tiphareth - Essenz
VII - Netzach - Sieg
VIII - Hod - Glanz
IX - Yesod - Fundament
X - Malkuth - Königreich

Die Zahlen an den Pfaden entsprechen den Nummern der großen Arkana.

Die auf das Tarot angewandten kabbalistischen Lehren entstammen zumeist einer langen Tradition der christlich/westlichen Rezeption der Kabbala. Studenten der jüdischen Kabbala, zu deren Studium unter anderem Hebräisch-Kenntnisse unabdinglich sind, weisen häufig auf Widersprüche zwischen dieser christlichen Tradition und der ursprünglichen jüdischen Kabbala und ihrer Weiterentwicklung hin.

Astrologie

Auch zur westlichen Astrologie werden in vielen Deutungssystemen des Tarot Verbindungen hergestellt. Ebenso gibt es einzelne Decks, die entsprechende Verbindungen zu anderen astrologischen Systemen herstellen; auf diese soll hier aber nicht eingegangen werden. Meist werden den einzelnen Karten die Tierkreiszeichen, Planeten und/oder astrologische Häuser zugeordnet, oft auch eines der vier Elemente, mit denen auch die Astrologie arbeitet. Deren Eigenschaften werden dann in die Deutung der jeweiligen Karte mit einbezogen. Allerdings herrscht keineswegs Einigkeit darüber, welches Zeichen zu welcher Karte gehört, und selbst einen Überblick zu geben würde den Rahmen des Artikels bei weitem sprengen. Daher als Beispiel nur die Zuordnung, wie sie Crowley für sein Tarot-System vornimmt.

Karte

Planet /
Sternzeichen

Karte

Planet /
Sternzeichen

Karte

Planet /
Sternzeichen

0 Der Narr

Uranus

8 Gerechtigkeit

Waage

15 Der Teufel

Steinbock

1 Der Magier

Merkur

9 Eremit

Jungfrau

16 Der Turm

Mars

2 Die Hohepriesterin

Mond

10 Rad des Schicksals

Jupiter

17 Der Stern

Wassermann

3 Die Herrscherin

Venus

11 Die Kraft

Löwe

18 Der Mond

Fische

4 Der Herrscher

Widder

12 Der Gehängte

Neptun

19 Die Sonne

Sonne

5 Der Hierophant

Sonne

13 Der Tod

Skorpion

20 Das Gericht/Äon

Pluto

6 Die Liebenden

Zwillinge

14 Mäßigkeit

Schütze

21 Die Welt

Saturn

7 Der Wagen

Krebs

 

 

 

 

Auch eine der gängigen - wenn auch unwissenschaftlichen - Erklärungen der Wirksamkeit von Astrologie, die Synchronizität, haben viele Tarot-Autoren übernommen; insbesondere dann, wenn das Tarot zu divinatorischen Zwecken benutzt wird.

Weitere Systeme

Beispiele für andere Systeme, die häufig oder gelegentlich mit dem Tarot in Verbindung gebracht werden, sind Runen, das Ging, die keltische Mythologie, die ägyptische Mythologie, neuerdings auch Engel und viele andere mehr.

Legen und Lesen der Karten

Vorbereitung:
Während viele Menschen sich auf das Lesen der Karten mit ausführlichen Ritualen, die etwa Kerzen, Musik und/oder Meditationen beinhalten können, vorbereiten, verzichten andere größtenteils oder völlig darauf. Eine gewisse Konzentration gilt aber allgemein als ratsam.

Deck und Legesystem sollten entsprechend der Fragestellung ausgewählt werden; dies ist jedoch, insbesondere was das Deck angeht, eine sehr subjektive Entscheidung, für die keine Regeln existieren.

Ebenfalls eine persönliche Entscheidung ist es, ob man beim Mischen der Karten bestimmten Ritualen oder Methoden folgt. Wenn man mit umgekehrten Karten arbeiten möchte, ist es notwendig, eine Methode zum Mischen der Karten zu wählen, bei der umgekehrte Karten vorkommen können; dies kann beispielsweise durch Abheben und Umdrehen von Karten geschehen.

Legesysteme

Egal zu welchem Zweck man die Tarot-Karten deuten möchte, wenn man sich nicht darauf beschränken möchte, jeweils nur eine einzelne Karte auszuwählen, und diese zu interpretieren, benötigt man ein Legesystem. Ein Legesystem ist jedes System, in dem bestimmte Plätze bestimmt werden, und diesen Plätzen eine bestimmte Bedeutung zukommt. Ein Legesystem kann aus nur zwei Karten bestehen, andere Legesysteme beziehen mehr Karten ein, einige sogar alle 78. Als wichtig dabei gilt nicht, sich an ein bestimmtes System zu halten, sondern ein zur Fragestellung passendes auszuwählen, oder selbst eines festzulegen. Daher ist die Anzahl der möglichen Legesysteme unbegrenzt.

Als Beispiele hier nur zwei Legesysteme; einmal eine einfache mit drei Karten, und einigen möglichen Bedeutungen der Positionen, und einmal das Keltische Kreuz, die am häufigsten beschriebene Legemethode.

Legen mit drei Karten

    Vergangenheit

    Gegenwart

    Zukunft

    Ich

    Partner/in

    Umwelt

    Was spricht dafür

    Was spricht dagegen

    Was passiert, wenn ich es tue

Das keltische Kreuz

    Ausgangssituation

    Weitere Einflüsse

    Bewusste Aspekte (Rationales)

    Unbewusste Aspekte (Emotionales)

    Jüngere Vergangenheit

    Nähere Zukunft

    Selbst

    Umwelt

    Hoffnungen und Ängste

    Ergebnis

    Darum geht es

    Das kommt hinzu

    Das wird gespürt

    Das wird erkannt

    Das hat dahin geführt

    So geht es weiter

    So sieht es der Fragende

    So sehen es die anderen

    Das erwartet oder befürchtet der Frager

    Dorthin führt es

Es gibt diverse Variationen des Keltischen Kreuz. Während das eigentliche Legemuster bei all diesen Variationen gleich ist, bestehen insbesondere hinsichtlich der Reihenfolge und Bedeutung der Karten 3-6 Differenzen.

Der Kompass

Beim Kompass hat man eine einfache Tendenzlegung. Diese Legeart ist aber beliebig erweiterbar und kann daher zu einer sehr guten Entscheidungshilfe werden. Die Legart wird gerne verwendet, wenn man vor der Kartenlegung schon vermutet, dass neue Fragen während dieser hinzutreten werden.

Der Kompass
 1: Das ist die Frage 2: Nahe Zukunft 3: Andere und Umfeld
4: Zukunft (auf längere Sicht) + Quintessenzkarte

Das Kreuz

Das Kreuz gibt eher eine prägnante Interpretation wieder, die häufig in die richtige Richtung weist. Die Fragestellung kann hier zahlreich umgestellt werden um somit immer neue Interpretationen der Karten zu ermöglichen. Sie wird gerne verwendet um einen Trendverlauf oder eine Tendenz zu erkennen.

Das Kreuz
1: Die Frage 2: Das sollte nicht getan werden 3: Das sollten getan werden
4: Dahin führt der Weg + Quintessenzkarte

Das Liebesorakel

Das Liebesorakel ist angelehnt an das Kreuz, jedoch genau
zugeschnitten auf Fragen Rund um das Thema Partnerschaft. Mit der
Position drei erhält man hier zudem eine Karte die auf den Partner
eingeht. Hier kann man sehr genaue Legungen für alle Liebes-/ und
Partnerschaftsfragen durchführen.

Das Liebesorakel
1: Die Frage 2: Innerliche Beweggründe
3: Wie der Andere dazu steht 4: Was der Ratschlag ist + Quintessenzkarte

Umgekehrte Karten

Je nachdem, wie die Karten gemischt wurden, ergeben sich
unter Umständen beim Legen Karten, die auf dem Kopf stehen.
Viele, vor allem neuere Tarot-Systeme drehen diese Karten einfach
wieder in die „richtige“ Position. Historisch
allerdings wurden diese Karten (und werden in einigen Systemen bis
heute) als das genaue Gegenteil der Bedeutung der Karte interpretiert.
Würde also eine bestimmte Karte in einer bestimmten Position
Plötzlicher Reichtum bedeuten, bedeutet sie umgekehrt
Plötzliche Armut. Dies wurde von vielen späteren
Autoren allerdings als zu einseitig betrachtet. Umgekehrte Karten
werden heute von den meisten Systemen so interpretiert, dass die
grundsätzliche Bedeutung zutrifft, es aber einen
problematischen Aspekt gibt.

Tarot in Literatur, Musik und Film

Im Kapitel Licht von Gustav Meyrinks Roman Der Golem macht
Hillel den anonymen Erzähler auf die Parallelen der Kabbala
und des Tarots aufmerksam. Der Name Tarot soll nach der Figur Hillel
vom altägyptischen Wort Tarut, "der Befragte", und dem Wort
tarisk, "ich verlange eine Antwort" aus der Zendsprache abstammen.
In der Anime-Serie The Vision of Escaflowne kann die Hauptdarstellerin
Hitomi mittels Tarot-Karten die Zukunft vorhersagen. Jede Folge wird
mit einer anderen, thematisch bezogenen Karte begonnen.
Im ersten Buch des Romanzyklus Der Dunkle Turm von Stephen King
wird gegen Ende dem Hauptcharakter Roland vom Mann in Schwarz
ein Tarot gelegt, bei dem die drei Karten Der Gefangene, Die Herrin der
Schatten und Der Tod gezogen werden.

In Peter Jacksons Film Braindead wird die Protagonistin Paquita durch
eine Tarotlegung mit Karten des Crowley-Tarots in die Haupthandlung
geführt. Dabei wird eine der Karten um das Gesicht des
Hauptdarstellers erweitert und eine auf die Filmhandlung zugeschnittene
Version des Trumpfes Der Stern verwendet.
Das dritte Buch des Romanzyklus Dune von Frank Herbert berichtet von
einer Tarotwelle (ein Arrakistarot mit Bildern der Geschichte), die den
Bene-Gesserit-Hexen das Wahrsagen erschwert, weildurch die Bilder
des Tarot die Klarheit ihrer Vision getrübt wird.

In Umberto Ecos Roman Das Foucaultsche Pendel fühlt sich der
Hauptcharakter Casaubon gegen Ende des Romanes von Tarotkarten
verfolgt, die scheinbar in jeder Buchhandlung in Paris angeboten
werden. Arturo Pérez-Revertes Roman
„Der Club Dumas“ (1993) basiert auf fiktiven Tarotkarten; verfilmt von
Roman Polanski als „ Die neun Pforten“ (1999).

In der Simpsons-Folge „Lisas Hochzeit“ besucht Lisa auf einem
Mittelaltermarkt eine Wahrsagerin, die ihr Tarot legt. Zuerst legt die
Wahrsagerin die Karte Der Tod bei der Lisa erschrickt, die Wahrsagerin
aber, in Anspielung auf die
übliche Wahrsagerpraxis, die Karte als gar nicht so schlimm
bezeichnet. Als zweite Karte legt sie The happy Squirrel (das Lustige
Eichhörnchen), die Lisa niedlich findet, die Wahrsagerin aber beinahe
in Panik versetzt. Einige neue Tarotspiele haben den Gag aufgenommen
und haben die The happy Squirrel-Karte in ihr Set mit aufgenommen.

Im dritten Teil der Adventurereihe Monkey Island legt eine Wahrsagerin
Guybrush Tarotkarten und zieht dabei fünfmal Der Tod, was
schlechtes für seine Zukunft ahnen läßt. Im in mehrere Episoden
aufgeteilten Teil Tales of Monkey Island erzählt die Voodoo Lady zu
Beginn jeder Episode die Geschehnisse der bisherigen, die sie mit
(vermutlich selbst) erfundenen Tarot-Karten wie Der Wissenschaftler und
Der Verrat illustriert. Im Spiel selbst kann sie durch ihre Karten auch aktiv
Ereignisse bewirken.

Ton Steine Scherben stellten ihr viertes Album IV (Die Schwarze)
nach den Karten der Großen Arkana zusammen. Durch dieses
Projekt wurden Schwefel zu dem ähnlich aufgebautem Konzeptalbum
Mystifier inspiriert.

Marilyn Mansons Album Holy Wood (In the Shadow of the Valley
of Death) (am 14. November 2000 erschienen) enthielt 10 Tarot-Karten
mit eigenem Motiv. Darin sind Motive unter Anderem von
John F. Kennedy oder der Band abgebildet.

James Bond 007 lernt in Leben und sterben lassen eine Seherin
(Solitaire) kennen, in die er sich verliebt. Sie verliert dadurch jedoch
ihre Fähigkeit, die Zukunft voraussagen zu können. So fällt sie in
Ungnade bei Kananga alias Mr.Big, dem Bösewicht des Films. Bond
kann sie jedoch retten und Kananga töten. Solitaire legt für Kananga
die Karten, denn dieser glaubt an die Macht des Voodoo. Bond verführt
sie mit gezinkten Karten, aber dadurch verliert sie ihre Macht die Zukunft
zu sehen. Solitaire wird von Jane Seymour (Schauspielerin) gespielt,
James Bond von Roger Moore. Benutzt wurde das Deck, gemalt von Fergus
Hall. Dark Moor veröffentlichte 2007 ein Album mit dem Namen
"Tarot", dessen einzelne Titel sich auf einige der Großen
Arkana beziehen. In der Anime TV Serie Yu-Gi-Oh! GX" legt der
Anführer der "Gesellschaft des Lichts", Sartorius, Tarotkarten
und vermag in die Zukunft zu sehen. Er verbindet die Karten teilweise
mit den Charakteren aus der Serie wie zum Beispiel "Der Narr" und
"Jaden Yuki"

Im Roman Das Schloss, darin sich Schicksale kreuzen (1973 -
italienischer Originaltitel: "Il castello dei destini incrociati") lässt
Italo Calvino in einem oulipistischen Spiel Menschen, die nicht
miteinander sprechen können, ihre jeweiligen Geschichten anhand
von Tarot-Karten erzählen, die auf einem Tisch ausgelegt werden.
Die so entstehenden Legebilder ergeben, je nachdem, von welcher
Seite aus man sie „liest“, so unterschiedliche Erzählungen wie die Faust,
Ödipus, Hamlet, Parzival, Roland oder Justine. Im Nachwort beschreibt
Calvinodas beinahe beliebig ausdeutbare Tarot als „Konstruktions-
maschine für Erzählungen“.

In der Fantasybuchserie " Die Chroniken von Amber" von Roger
Zelazny benutzt der Hauptcharakter Corwin die Karten des Tarot dazu,
mit Familienmitgliedern zu kommunizieren. Die Karten bieten ihm auch
die Möglichkeit, Übergänge zwischen verschiedenen Welten
("Schatten") zu öffnen und hindurchzugehen.

In dem Buch Harry Potter und der Halbblutprinz von Joanne K.
Rowling begegnet die Hauptperson, Harry Potter, öfters scheinbar
zufällig seiner Wahrsagelehrerin Sybill Trelawney dabei, wie sie Tarot-
Karten zieht und dabei unbewusst die weitere Handlung des Buches
voraussagt, unter anderem den Todesfall am Ende
mithilfe der Karte "Der Turm".

In der Hörspielserie Offenbarung 23 - Das Wissen der
Menschheit (Folge 13) von Jan Gaspard wird der Hauptperson,
Georg Brandmit dem Michelini-Tarot die Zukunft vorhergesagt.

Im Buch Tarot paryski, erschienen im Jahr 1993, schreibt die
polnische Autorin Manuela Gretkowska auf mindestens zwei
sprachlichenEbenen: die den Pariser Alltag einer jungen Polin
beschreibene Sprachetrifft auf die die symbolische Bedeutung des
Tarot interpretirendeSprache.

In dem Buch Handy-Liebe von Bianka Minte-König eröffnet die
Hauptperson Hanna Pfefferkorn mit ihren Freundinnen einen Flirtshop.
Dabei werden Tarotkarten verwendet.

In der 3. Staffel des japanischen Mangas Jojo no Kimyō na
Bōken, "Stardust Crusaders" sind die Fähigkeiten der
Charaktere nach Tarotkarten benannt.

Im Buch Magic Circle, Im Bann der Karten von Isobel Bird legt
Annie die Karten und gerät dadurch in Schwierigkeiten.

Tarot & Psychologie (wissenschaftliche Literatur)

Marion Guekos-Hollenstein: Zur psychologischen Deutung des
Tarock-Spiels. Dissertation an der Philosophischen Fakultät I
der Universität Zürich1978, als Taschenbuch: Quellen des Tarot.
Unbekannte Schätze in den 22 Großen Arkana. Überarb.,
TB. Königsfurt-Urania, Krummwisch 2000,
    Marlene Hoffmann-Körner: Tarot als Medium im psychotherapeutischen
    Prozeß, Diplomarbeit am Fachbereich für Psychologie der
    Universität Hamburg, 1990
    Bernhard Sommer-Teckenburg: Klärungshilfe mit Tarot,
    Diplomarbeit im Fachbereich Psychologie, Universität Hamburg 1991,
    - Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung über die psychologische
    Beratung mit Tarot - Der Autor beschäftigt sich im ersten Teil mit
    dem Tarot als Medium der psychologischen Klärungshilfe. Umgang
    und Funktionsweise im therapeutischen Kontext werden beschrieben.
    Im zweiten Teil wird in einer Studie auf der Grundlage von Tarot-
    Beratungen untersucht, wie hilfreich der Tarot in der psychologischen
    Beratung ist.
    Iris Koepe: Psychologische Aspekte des Tarot, Diplomarbeit am
    Fachbereich für Psychologie der Universität Hamburg 1994 –
    Die Autorin untersucht in dieser Literaturarbeit, inwieweit Tarotbilder
    symbolische Darstellungen psychologischer Aspekte sind und ob diese
    eine Ganzheit im Sinne eines Persönlichkeitskonzeptes bilden.
    Torsten Tessin: Coaching-Praxis im Grenzbereich esoterischer Methoden,
    Diplomarbeit im Fachbereich Pädagogik, Fachhochschule München
    1998
    Uta Becker: Die Tarot-Symbolik in der modernen englischen Literatur:
    Eine systematische Untersuchung zur Verwendung des ‘Wicked Pack
    of Cards’, Magisterarbeit am Institut für Anglistik der Universität Leipzig,
    2007 – Die Arbeit gibt zunächst eine allgemeine Einführung zum Tarot.
    Mit einem Überblick über die literarische Verarbeitung des Tarot in
    Werken des anglo-amerikanischen Sprachraums, der Besprechung der
    Schlüsselpassage in „The Waste Land“ (T.S. Eliot) und tiefergehenden
    Analysen zur Verwendung des Tarot in zwei britischen Romanen
    („The Greater Trumps“ und „The Magus“) wird der Frage nachge-
    gangen, wie der Tarot in literarischen Werken verarbeitet wird.
  • (Quelle, Wikipedia 06.07.2014)